Kochbuch-Rezension
von (16. Januar 2025, überarbeitet am 17. Januar 2025)

30 Pflanzen pro Woche

Das Kochbuch für ein langes gesundes Leben: Rezepte, die das Darm-Mikrobiom stärken

8,6 / 10
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Das Kochbuch

Ein Kochbuch-Titel, den man wie einen Imperativ lesen könnte. Sachlich und dogmatisch – kann das noch Spaß machen? Es kann! Denn dieses Kochbuch versöhnt Genuss und Gesundheit. Katharina Seiser zeigt darin, wie gesund eine vielseitige Küche ist (oder ist es andersrum?) und wie einfach ist, im Alltag so zu kochen.

Der Inhalt

Das Buch überzeugt mit einer perfekt ausbalancierten Menge sachlicher Informationen, die auch noch kurzweilig zu lesen sind.

Für den theoretischen Teil hat sich Katharina Seiser Verstärkung von zwei Expertinnen geholt:

Mikrobiom-Expertin Gabriele Berg hat das Kapitel „Mikrobiom und Gesundheit: Die Vielfalt unserer Nahrung ist entscheidend“ beigesteuert. Und Ernährungswissenschaftlerin Theres Rathmanner hat einen Wegweiser zu guter Ernährung geschrieben. Beides ist eine sehr lohnenswerte Lektüre.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse bringt Katharina Seiser selbst auf den Punkt: Für diese Ernährung muss man auf nichts verzichten, sondern einfach nur mehr vom Guten essen!

Und was zählt nun zu den 30 Pflanzen und was nicht? Das wird sehr verständlich und gleichsam unterhaltsam erklärt, u.a. in einem umfangreichen Frage-Antwort-Teil.

Die Rezepte

Die Rezepte sind in drei Kapitel unterteilt: kalt, warm und süß. Sie sind zu rund zwei Dritteln vegan, der Rest ist vegetarisch. Fisch und Fleisch findet man hier nicht. Neben jedem Rezept wird die Zahl der Pflanzen oben prominent angegeben.

Die Gerichte wurden nicht frisch für dieses Buch entwickelt, sondern stammen aus bereits erschienenen Büchern von Haya Molcho (Neni), Stevan Paul, Claudio del Principe, Katharina Seiser selbst, Oliver Trific, Andrea Haselmayr & Denise Rosenberger (Feminide Food), Adi und Simone Raihmann (Karma Food), Orkide & Orhan Tançgil (KochDichTürkisch) und Eddi Dimant (Mochi).

Also alter Wein in neuen Schläuchen? Damit würde man dem Buch Unrecht tun. Die Auswahl ist sehr abwechslungsreich (was auch sonst) und macht viel Spaß. Man kann es ja auch positiv sehen: Dies ist ein schöner Querschnitt aus 15 Büchern, die man sonst einzeln kaufen müsste.

Ein paar Beispiele für die etwa 70 Rezepte: Indischer Bauernsalat mit Paneer, Auberginenröllchen mit Walnüssen, Kichererbsensalat, grüne Shakshuka, rote Bete aus dem Ofen mit Labneh, Korma-Gemüsecurry, knuspriges Granola, Bananenbrot und Karottenkuchen mit Walnüssen.

Der Schwierigkeitsgrad

…hält sich in Grenzen und die Alltagstauglichkeit ist garantiert.

Die Zielgruppe

…ein Buch für alle, die sich gesund und abwechlungsreich ernähren wollen. Wer sich da nicht angesprochen fühlt...!?

Die Zutaten

…findet man in jedem guten (Bio-)Supermarkt.

Der Autor

Katharina Seiser kann man getrost zu den besten Kochbuch-Autorinnen und -autoren zählen. Ihre Bücher zeichnet ein gewissenhaft zusammengetragener Inhalt gepaart mit hohem kulinarischem Sachverstand aus. Und ihre Begeisterung für diese Themen ist ansteckend. Wir wissen schon, weshalb wir sie 2024 mit der „Besonderen Ehrung“ des Deutschen Kochbuchpreises ausgezeichnet haben. 

Die Optik

Durch die Mischung der Rezepte ist das Buch recht bunt, aber bunt ist hier ja Thema. Und bis auf sehr wenige Ausnahmen fällt das Rezepte-Patchwork optisch nicht auf. Miriam Strobach hat dem Buch mit ihrer grafischen Gestaltung eine sehr gute Orientierung gegeben.

Das Fazit

Lange Zeit haben wir kein Kochbuch mit Schwerpunkt auf gesunder Ernährung mehr rezensiert. Weil das kulinarische Niveau bei diesem Thema allzu oft auf der Strecke bleibt. Hier haben wir nun wieder eine Ausnahme gemacht. Aus guten, genussvollen Gründen. Viel Spaß beim Nachkochen und Pflanzen zählen!


Kochbuch-Details

Titel
30 Pflanzen pro Woche
Von
Verlag
ISBN
978-3-71-060863-6
Erschienen
02.01.2025
Auflage
1. Auflage. Auflage
Gewicht
900 g
Größe
195 x 245 mm
Seiten
224 Seiten
Preis
32,00


Benjamin Cordes
geschrieben von:
Benjamin Cordes
Benjamin Cordes ist Autor und Experte für Kulinarik. Seine Filme sind im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu sehen, seine Texte u.a. im Magazin Falstaff zu lesen. Er ist Gründer von Kaisergranat.com und Initiator des Deutschen Kochbuchpreises.


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