Das Kochbuch
Ist dies das erste Kochbuch zur Klimafolgenanpassung? Fast könnte man es meinen, aber zum Glück steht hier auch der sinnliche Genuss und die Freude an gutem Essen im Mittelpunkt. Wie immer bei den Kochbüchern von Katharina Seiser. Mit ihren Rezepten zeigt sie, wie man die heißen Tage gut und unbeschwert übersteht und richtig viel Freude haben kann.
Der Inhalt
Ja, dieses Buch hat tatsächlich auch einen ernsten Hintergrund. Denn Katharina Seiser stellte sich die Frage, „wie navigieren wir … durch die klimaerwärmten neuen Sommer voller Hitzewellen und Tropennächten, besonders in urbanen, dicht bebauten Gebieten“?
Also rief sie den Hashtag #gutbeihitze ins Leben unter dem sie (und mittlerweile auch andere) kulinarische Tipps für heiße Tage sammelt. Unter anderem diese Rezepte:
Die Rezepte
Katharina Seiser beschreibt ihre Rezepte sehr treffend selbst so: „Gerichte, die schnell gemacht und leicht verdaulich sind, viel saftige Frische bringen und so abgeschmeckt sind, dass sie auch bei hohen Temperaturen Lust aufs Essen machen.“
Sie sind in vier Kapitel unterteilt: Zum Trinken, Kaltes, Warmes, Süßes. Die Inspirationen kommen aus unterschiedlichen Länderküchen, teilweise handelt es sich um bekannte Klassiker, zum Teil um eigene Schöpfungen.
Einige Beispiele: Earl-Grey-Eistee mit Pfirsich, elegante Zitruslimonade, Himbeerkefir mit Kardamom, Gazpacho, Melonen-Gurken-Salat mit Pecorino, kalte Sesamnudeln mit Gurke und Erdnuss, griechischer Salat, Schweizer Wurstsalat, Feigen mit Prosciutto und Mozzarella, Favatoast mit Ziegenkäse und Minze, Wiener Grüne Sauce mit Frühkartoffeln und Ei, Pasta mit Zucchini und Zitrone, Schoko-Haselnuss-Nicecream, Zwetschgencrumble, Pfirsichschlingel.
Wie man an der Auswahl schon sieht: Viel Gemüse und Obst ist hier im Spiel, mehr als zwei Drittel der Rezepte sind vegetarisch oder vegan.
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Was Katharina Seisers Stil so besonders macht.
Einige werden es mitbekommen haben: 2024 wurde Katharina Seiser mit der besonderen Ehrung des Deutschen Kochbuchpreises ausgezeichnet. Die Begründung: Ihre ansteckende Begeisterungsfähigkeit für gute Lebensmittel, ihr Sendungsbewusstsein und ihr Humor. All das kommt auch in diesem Buch wieder zum Tragen. So sind ihre Rezepte oftmals keine reinen Anleitungen, sondern heiter zu lesende Lektüre. So soll man zum Beispiel den „Shakerato“ „mit großer Geste und Hüftschwung“ shaken. „Italo-Pop passt gut dazu.“ Wir haben sofort ein Bild vor Augen. Dazu kommen so kurzweilige wie informative Einleitungen der Rezepte und eine Zutatenliste, die nicht nur sagt, was hineingehört, sondern auch, was nicht (Balsamico beim Caprese – Todsünde!).
Der Schwierigkeitsgrad
… hält sich wirklich stark in Grenzen. Wer will bei der Hitze schon Schwitzen!
Die Zielgruppe
Ein Kochbuch für ausnahmslos alle, die an gutes Essen den gleichen Anspruch wie Katharina Seiser haben. Und sich auf den Sommer freuen.
Die Zutaten
… sind fast alle sehr einfach zu finden. Will man Seiser (und uns!) es recht machen, achtet man auf Bio-Qualität. Glücklich kann sich schätzen, wer einen Wochenmarkt in erreichbarer Nähe hat.
Die Autorin
Die Österreicherin Katharina Seiser gehört zu den besten Kochbuch-Autorinnen im deutschsprachigen Raum. Ihre Bücher haben gemeinsam, dass sie saisonale Lebensmitteln in den Mittelpunkt stellen und meist vegetarisch oder vegan sind.
Die Optik
Sehr schöne Foodfotografie von Vanessa Maas, die sämtliche Gerichte zuhause bei Katharina Seiser bei reinem Tageslicht abgelichtet hat.
Desweiteren am Buch beteiligt: Seisers Mann Horst Lamnek (Food- und Setstyling), Miriam Strobach (Grafik und Art Direktion), Else Rieger (Lektorat), Janine Hahn (Bildbearbeitung), Katharina Wind (Korrektorat).
Das Fazit
Ein Kochbuch, dessen Hintergrund eigentlich ein ernster ist. Kann das gut gehen? Wir finden: ja, sehr. Und lassen Katharina das letzte Wort haben: „Weil die Sommer ihren Zauber des Unbeschwerten, ihre Langsamkeit und Leichtigkeit behalten sollen, ist dieses Buch trotz seines ernsten Anlasses heiter. Optimistisch. Genussvoll. Weil es sich so einfach am besten lebt.“

Benjamin Cordes
Kochbücher















