„Ich suche den echten Geschmack“

Julia Komp über ihren Abschied aus Schloss Loersfeld

Julia Komp ist seit Dezember 2015 Küchenchefin im Schloss Loersfeld. 2016 bestätigte sie den Michelin-Stern des Restaurants und war damit Deutschlands jüngste Sterneköchin. Bekannt ist sie für ihren Küchenstil mit asiatischen und orientalischen Einflüssen. Zum Jahresende verlässt die 29-Jährige das Schloss und geht auf große Küchen-Reise.

Du bist Küchenchefin in einem Sterne-Restaurant, das Echo auf deine Arbeit ist gut, im WDR hast du deine eigene Sendung. Und nun der Abschied. Warum?

Ich will noch so viel lernen! Schloess Loersfeld ist erst meine dritte Station und ich habe noch nie in einem 2- oder 3-Sternerestaurant gekocht. Ich habe einfach Bock, mich weiterzuentwickeln. Ich träume von drei Sternen und dafür muss ich noch Gas geben.
 

Ein mutiger Schritt, mit dem man auch viel Sicherheit aufgibt…

Ja, aber ich bin zu ehrgeizig, um es mir mit dem erreichten bequem zu machen. Ich wollte schon immer ins Ausland, habe dafür zwischenzeitlich Business-Englisch im Fernstudium gelernt. Aber dann wurde ich hier Küchenchefin. Was ja auch wirklich gut war. Meine Oma hat mir aber immer gesagt: man muss seine Träume leben! Und sie hat Recht. Wenn ich es jetzt nicht mache, mache ich es nie.

 

Was fehlt dir noch, was du lernen möchtest?

Ich möchte noch mehr Geschmäcker kennenlernen. Ich suche den traditionellen, echten Geschmack! Mein Ziel ist es, nicht nur in Restaurants sondern auch bei den Mamis zuhause zu kochen und zu essen, die ich auf der Reise besuchen werde. Ich weiß, wie man hier einen Dashi oder Kimchi macht. Aber ist das wirklich die echte, traditionelle Methode? Wie schmeckt es dort, wo es wirklich herkommt? Diese Geschmäcker nehme ich dann mit und baue sie ihn meinen Stil ein.

 

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Warum sind dir gerade diese Originale so wichtig?

Weil das echte Esskultur ist! Alle können die neuesten Techniken anwenden aber wer weiß denn noch, wie die Klassiker gehen und wie zum Beispiel ein richtiger Sauerbraten geht? Und deshalb will ich auf meiner Reise nicht nur in Restaurants arbeiten und essen sondern auch auf Märkten oder bei Menschen zuhause. Wann immer ich beruflich im Ausland war, habe ich den meisten Geschmack erst nach der Arbeit kennengelernt.

 

Wohin führt dich deine Reiseroute?

Unter anderem nach Südkorea, Japan, Shanghai, Hongkong, Vietnam, Jakarta und Bangkok. Und dann kommen noch Beirut und Marokko. Dort koche ich bei Moha Fedal, dem besten Koch Marokkos. Im Sommer 2019 bin ich zurück. Ich muss ja Geld verdienen sonst bin ich pleite!

 

Und was kommt dann?

Ich will auf jeden Fall zurück nach Köln. Das ist meine Heimat, die Kölner sind für gute und spannende Küche aufgeschlossen und tolle Gäste. Mehr steht aber noch nicht fest. Nur das: Vollgas!



Die Bücher zum Thema:

  • Die besten Kochbücher für orientalische Küche 2018
    Die orientalische Küche ist einer der größten Kochbuch-Trends. Viel Gemüse, cremiges Hummus, ein paar frittierte Leckereien und vor allem das Teilen am Tisch mit mehreren Personen macht diese Küche so spannend. Und hier sind die besten Kochbücher für orientalische Küche 2018!
  • Asiatisch Kochen
    Man könnte sich zu jedem einzelnen Land Asiens ein eigenes Kochbuch kaufen. Oder (zumindest für den Anfang) einfach nur dieses. Denn in diesem fetten Schinken sind gleich vier Länderküchen vereint: Thailand, China, Japan und Korea. Im Stil einer Kochschule werden dabei die wichtigsten Techniken, Produkte und Rezepte erklärt. Sehr übersichtlich, sehr verständlich.
  • Frauen an den Herd! Wie Spitzenköchinnen die Sterne vom Himmel holen.
    24 Frauen aus acht Ländern im Portrait mit individuellen Interviews und jeweils zwei Rezepten. Das Konzept dieses Buches ist so klar wie genial, denn endlich bekommen die Köchinnen mal ihre eigene, ungestörte Bühne und können ihren Weg in die Spitzengastronomie in ausführlichen und spannenden Gesprächen erzählen. Dass das keine verbissen, flammende Feminismus-Kampfschrift ist sondern es einfach um die Selbstverständlichkeit von Frauen in der Gastronomie geht, macht das Ganze um so besser. Dazu passt der selbstironische und herrlich treffende Titel für den der ewige Machospruch einfach beim Wort genommen und entzaubert wurde.


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Kategorie: Interviews