Das Kochbuch
Dieses Kochbuch widmet sich der koreanischen Streetfood-Kultur, genauer gesagt der Welt der sogenannten Pojangmacha – kleinen, oft improvisierten Straßenständen, an denen einfache, herzhafte Gerichte serviert werden. Im Mittelpunkt steht dabei weniger gehobene Küche als vielmehr das gesellige, spontane Essen in urbaner Atmosphäre, geprägt vom Leben in Seoul.
Der Inhalt
Das Buch ist nicht klassisch nach Kategorien wie Vorspeise oder Hauptgericht aufgebaut, sondern folgt eher einem erzählerischen Ansatz. Die Rezepte sind entlang eines Tages- und Nachtverlaufs angeordnet – von schnellen Snacks über Marktgerichte bis hin zu typischem Late-Night-Food. Ergänzt wird das Ganze durch persönliche Einblicke, kulturelle Hintergründe und Momentaufnahmen aus dem Alltag der koreanischen Esskultur.
Die Rezepte
Die rund 80 Gerichte decken eine breite Palette der koreanischen Straßenküche ab. Darunter finden sich bekannte Klassiker ebenso wie weniger verbreitete Speisen. Der Fokus liegt auf unkomplizierten, aromatischen Gerichten mit kräftigen Geschmäckern und oft geselligen Komponenten, die sich gut teilen lassen. Viele Rezepte sind flexibel gehalten und lassen sich anpassen.
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Der Schwierigkeitsgrad
Die meisten Rezepte sind eher einfach bis mittelschwer und kommen ohne aufwendige Techniken aus. Der Anspruch liegt weniger in der Zubereitung als im Verständnis der Aromen und im Umgang mit teils ungewohnten Zutaten. Auch weniger erfahrene Hobbyköche können gut einsteigen, wenn sie etwas Experimentierfreude mitbringen.
Die Zielgruppe
Das Buch richtet sich an neugierige Hobbyköche, Food-Interessierte und alle, die sich für internationale Küche begeistern. Besonders geeignet ist es für Menschen, die nicht nur Rezepte nachkochen, sondern auch kulturelle Hintergründe entdecken möchten. Wer hingegen ein klassisches Alltagskochbuch sucht, könnte sich weniger angesprochen fühlen.
Die Zutaten
Ein Teil der Zutaten ist inzwischen gut erhältlich, vor allem in gut sortierten Supermärkten oder Asialäden. Einige spezifische Produkte der koreanischen Küche könnten jedoch je nach Wohnort schwerer zu finden sein. Das Buch versucht, hier teilweise Alternativen aufzuzeigen, bleibt aber insgesamt nah an den Originalzutaten.
Der Autor
Su Scott ist eine koreanisch-britische Köchin und Autorin, die für ihre zugängliche Interpretation koreanischer Küche bekannt ist. Ihre persönliche Verbindung zur Kultur spiegelt sich deutlich im Buch wider und verleiht den Rezepten Authentizität und Tiefe.
Die Optik
Visuell ist Pocha sehr atmosphärisch gestaltet. Die Fotografien fangen das Straßenleben und die Esskultur in Seoul ein und verleihen dem Buch einen fast dokumentarischen Charakter. Die Bildsprache unterstützt den erzählerischen Ansatz und hebt das Buch von rein funktionalen Kochbüchern ab.
Das Fazit
Pocha ist ein stimmungsvolles und eigenständiges Kochbuch, das weniger durch klassische Struktur als durch Atmosphäre und kulturelle Einblicke überzeugt. Es eignet sich besonders für alle, die neue Geschmäcker entdecken und tiefer in die koreanische Esskultur eintauchen möchten. Wer jedoch ein streng aufgebautes Standardkochbuch erwartet, könnte das Konzept als zu frei und thematisch speziell empfinden.

Benjamin Cordes
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