Das Kochbuch
Die Norddeutsche Küche steht im Schatten der allseits beliebten Gerichte aus Süddeutschland. Dabei hätte sie mehr Aufmerksamkeit verdient, wie dieses hübsche Kochbuch beweist. Es beinhaltet bekannte Klassiker ebenso wie kreative Abwandlungen. Sie haben gemeinsam, dass sie für relativ wenig Aufwand viel Genuss bieten.
Die Rezepte
Wir müssen zunächst mit einem Missverständnis aufräumen: Der „Tapas“-Titel führt (wie auch bei vorherigen Büchern der Reihe) aus unserer Sicht in die Irre. Die Gerichte sind weder spanisch (klar), noch besonders handlich portioniert. Auch wenn die Mengen pro Portion etwas reduziert wurden. Dies ist einfach ein „normales“, aber gutes Kochbuch für norddeutsche Küche. Daran ändern auch das Kapitel über Tapas zu Beginn und das Interview am Ende des Buches zum Thema nichts.
Diese Inkonsistenz beiseitegelassen, hat man es hier jedoch mit einer ansehnlichen Sammlung guter, bodenständiger Rezepte zu tun, die die norddeutsche Esskultur widerspiegeln.
Einige Beispiele: Steckrüben-Kürbis-Puffer, geschmorte Salatgurke mit Fenchelgrün und Sauerrahm, Wurzelgemüsepfanne, Apfel-Rote-Bete-Carpaccio, Kartoffelsalat mit Nordseekrabben, Labskaus, Deichlammkarree im Speckmantel mit Bärlauch-Polenta, Miesmuscheln in Bier-Gemüse-Sud, Pannfisch-Kartoffel-Omelett, Quarkmousse, Waldmeistercreme.
Bedauerlich: Einführende Texte zu den Gerichten fehlen leider. Dabei wäre es durchaus wissenswert, die Hintergründe zu Labskaus, heißen Wecken & Co. zu lesen.
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Der Schwierigkeitsgrad
… hält sich bei den meisten Rezepten sehr in Grenzen.
Die Zielgruppe
Dies ist ein Kochbuch für alle, die sich für die norddeutsche Küche interessieren. Unbedingt auch außerhalb der nördlichen Bundesländer.
Die Zutaten
… findet man problemlos in guten (Bio-) Supermärkten und auf Wochenmärkten.
Der Autor
Jens Mecklenburg lebt und arbeitet als Journalist und Autor an der Kieler Förde. Der gebürtige Hamburger gibt das Online-Magazin »Nordische Esskultur« heraus und engagiert sich als Autor, Referent und Berater mit großer Leidenschaft für die Pflege und Förderung regionaler Genusskultur.
Die Optik
… ist sehr gelungen. Zu dem guten Layout kommen eine sinnliche Foodfotografie und ein sehr gelungenes Foodstyling: Unperfekt, bodenständig, rustikal.
Das Fazit
Lässt man den merkwürdigen Titel außen vor, ist dies eines der besten Kochbücher zur norddeutschen Küche der vergangenen Jahre.

Benjamin Cordes
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