Kochbuch-Rezension

Das Prinzip Sonntagsbraten

7 Tage Heimatküche

8,4 / 10
29,99 €

Das Kochbuch

Wir lesen ja viele Kochbücher. Und oft vieles vom gleichen. Und dann liegen manchmal Bücher vor einem, bei denen man merkt, wie man sich auf einmal aufrecht hinsetzt und mit ganz anderem, viel größerem Interesse liest, als sonst. So war es auch hier.
Christoph Brand hat ein Kochbuch geschrieben, das fehlte. Er hat sich mit dem Sonntagsbraten ein Thema vorgenommen, das Kultur- und Küchengeschichte ist und zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist. Der Kern der Botschaft dahinter: wenig Fleisch essen, wenn, dann nur gutes und das auch noch richtig schön zelebrieren. Dieses Buch ist eine richtig gute Anleitung dafür. Und noch viel mehr.

Der Aufbau

Christoph Brands Buch ist sehr charmant und stringent aufgebaut. Zunächst sind da die vier Jahreszeiten. Und innerhalb derer sieben einfache Rezepte. „Einfach“ ist dabei nicht als simpel sondern als unkompliziert zu verstehen. Denn die Rezepte sind originell, sehr kreativ und verdammt lecker.
Zu jeder Jahreszeit gibt es außerdem zwei Gastköche. Sie werden von Brand kurz vorgestellt und zeigen dann ihr jeweiliges Sonntagsbratenrezept. Und die Köche und ihre Rezepte sind ausnahmslos Kracher. Die Gastköche sind u.a. : Lucki Maurer, Heiko Antoniewicz, Stefan Marquard und Sascha Stemberg.
Konsequenter wäre das Ganze allerdings, wenn die sieben übrigen Rezepte häufiger ohne Fleisch auskämen und der Sonntagsbraten, um den es hier ja schließlich geht, eine noch herausgehobenere Stellung gehabt hätte.
Last but not least wird in jeder Jahreszeit noch ein spannender Produzent vorgestellt: ein Schweinezüchter, ein Winzer und eine Käserei sind dabei.

Der Autor

Christoph Brand ist alles andere als ein klassischer Gastronom, eher in der Abteilung Rock-n-Roll unterwegs. Als Caterer versorgt er mit seiner Firma „Kochen unplugged“ Bands und Festivals mit seiner Küche. Und nicht selten sieht man ihn bei der Arbeit mit mindestens einem seiner Buddies: Stefan Marquard, Lucki Maurer oder Roland Trettl zum Beispiel.

Die Rezepte

Hausmansskost at it´s best findet man in diesem Buch. Spitzkohllasagne mit Steinpilzen, Kartoffelstampf mit Spinat und Ei und Bärlauchspätzle sind Beispiele für die Rezepte unter der Woche, bei den Sonntagsbraten lässt es das Buch richtig krachen: Burgunderbraten mit Spätzle, Schulterbug mit Süßkartoffelpürree, Schweinebauch mit Kraut und roter Beete, Ochsenbäckchen mit Möhren und Nussbutterstampf.

Der Schwierigkeitsgrad

Die meisten Rezepte sind unkompliziert und auch die Sonntagsbraten sind auf schöne Weise auf das Wesentliche reduziert. Aber eins sollte man nicht unterschätzen: sie alle brauchen vieeel Gefühl.

Das beste Rezept

Die geschmorte Ochsenbacke ist das Rezept von Gastkoch Sascha Stemberg. Butterzart geschmort, dazu knackig-süße Karotten und buttriger Kartoffelstampf. Ach wäre doch immer Sonntag!

Das Neue

Die Renaissance dieses Themas war überfällig. Gut, dass sich mal jemand darum gekümmert hat! Und es gibt immer noch viel zu viele Bücher, die es sich bequem machen, sich nur um Fleisch drehen und vegetarische Rezepte außen vor lassen.

Die Optik

Hier wäre etwas mehr drin gewesen. Die weiß glänzenden Seiten wirken etwas clean, die an sich allesamt sehr schönen Fotos wären in einem größeren Format noch viel besser zur Geltung gekommen. Die Rezepte sind allerdings perfekt gelayoutet und strukturiert, gut für´s Nachkochen.

Die Zutaten

Brand zeigt es in dem Buch ja selbst: ohne gute Produzenten keine guten Produkte, ohne gute Produkte kein gutes Essen. Und nun wissen Sie ja, wo Sie einkaufen sollten.

Das Fazit

Geniale Idee, sehr gute Umsetzung, spannende Rezepte. Es lebe der Sonntagsbraten und es lebe dieses Buch!

Das Making of zum Kochbuch

Empfehlung von Kaisergranat

Le Creuset Gusseisen Bräter, oval 40 cm, schwarz
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Ein guter Sonntagsbraten braucht einen guten Bräter. Und am besten sind immer noch die aus Gusseisen. Die sind etwas teurer, aber das lohnt sich!
Veröffentlicht am 19. Mai 2017, überarbeitet am 19. Mai 2017.
Bild
geschrieben von:
Benjamin Cordes
Benjamin Cordes ist Journalist und beschäftigt sich beruflich ausschließlich mit kulinarischen Themen. Als Autor recherchiert er Beiträge über die Qualität von Lebensmitteln und Restaurants für das NDR Fernsehen.

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8,4 / 10
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