Pasta & Verdura
80 italienische Pasta- und Gemüserezepte. Saisonal raffinierte Gerichte mit Sortenübersichten und Pastaschule
Das Kochbuch
Es ist keine leichte Aufgabe, im Bereich der italienischen Kochbücher einen neuen inhaltlichen Zugang zu finden. Cettina Vicenzino, Autorin mehrerer sehr guter italienischer Kochbücher, gelingt das mit diesem Buch jedoch ganz hervorragend. Darin verbindet sie unterschiedliche Pastaformen und Gemüse zu spannenden Gerichten, von denen nicht alle so konsequent italienisch sind, wie man vielleicht denken könnte. Köstlich sind sie aber alle.
Der Inhalt
Cettina Vicenzino ist im Kochbuch-Bereich unbestritten eine der Autorinne und Autoren mit der größten Expertise. Das ist auch bei diesem Buch nicht zu übersehen. In praktisch alle Rezepte und die Texte drumherum fließ ihr großes Wissen mit ein, zur Freude aller, die das Buch lesen. Aber Achtung: Manchmal muss man sogar liebgewonnene Gewissheiten verabschieden. Etwa, wenn man in dem Kapitel „Die italienische Küche anhand der Carbonara erklärt“ liest, dass es die eine Original-Cabonara nun doch nicht gibt und auch in der Vergangenheit durchaus schonmal Sahne im Spiel war. Und das sogar bei einem 3***-Koch!
Darüber hinaus liest und erfährt man enorm viel Wissenswertes. Zu Pastasorten, klassischen Pasta-Teigen, lernt bunte Teige (blau!) kennen, ebenso glutenfreie Teige und alles, was man zum Ausrollen, Aufbewahren, zu Zutaten und Ausrüstung wissen muss.
Und wenn man geglaubt hat, man würde schon alle Pastaformen kennen – weit gefehlt!
Die Rezepte
Die Rezepte sind nach den vier Jahreszeiten geordnet – sehr sinnvoll, wenn es wie hier um Gemüse geht. Und zu Beginn jeder Jahreszeit werden die verwendeten Gemüsesorten aufgezählt. Auch das eine gute Idee!
Einige Beispiele aus den 80 (!) Rezepten: Offene Mangold-Lasagne mit Zucchiniblüten; schwarze Reis-Rigatoni mit weißer Blumenkohlcreme; Kräuter-Orzo-Risotto mit Stracciatella; Calamarata mit süß-saurer Paprika, Nüssen, Kapern und Burrata; Agnolotti mit Gorgonzola, Aprikosen, Paprika und Nussbutter; Mohn-Mezzelune mit Birnen, grünen Bohnen und saurer Butter; Pasta-Buletten mit Spinat, Kartoffeln und Zitrone; Pasta mit dreierlei Tomaten: geröstet, getrocknet, frisch.
Ohne es nun genau ausgerechnet zu haben, sind überschlägig 99% der Rezepte vegetarisch. Nur hier und da sind mal Sardellen oder die Rohwurst ’Nduja im Spiel. Auch Miso kann man hier entdecken!
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Der Schwierigkeitsgrad
…variiert zwischen einfach und anspruchsvoll. Die meisten Rezepte bewegen sich dazwischen.
Die Zielgruppe
Wer italienische Küche und Pasta mag, wird dieses Buch lieben. Egal, ob Einsteiger oder intimer Italien-Kenner.
Die Zutaten
…findet man überwiegend in fast jedem guten (Bio-) Supermarkt. Für einige Besonderheiten muss man den Suchradius ggf. etwas ausweiten. Und Bioläden und Wochenmärkte sind ohnehin immer eine gute Idee.
Die Optik
Cettina Vicenzino hat die Foodfotografie selbst übernommen und die ist gut gelungen. Ästhetisch, sinnlich und im positiven Sinne unperfekt, nur manchmal einen Tick zu nah dran.
Bemerkenswert: Durch erschwerende Umstände (Eigenbedarfskündigung) entstand das Buch in vier verschiedenen Küchen. Beweis erbracht: diese Rezepte sind praktikabel!
Rührend: Das Buch hat Cettina Vicenzino ihrer verstorbenen Mutter gewidmet und eine Kürze für sie anzündet – in einem Teller Pasta. Sentimental und leicht zugleich.
Das Fazit
Über diesen Schatz an inspirierenden Rezepten kann man sich nur freuen – erst Recht angesichts des vergleichsweisen günstigen Preises. Einen festen Platz im Italien-Fach des Kochbuch-Regals hat es jedenfalls sicher.

Benjamin Cordes
Kochbücher
















