Jahr für Jahr gibt es neue und junge Kochbuch-Autorinnen und -autoren, die die Welt der Kochbücher mit ihrer frischen Herangehensweise bereichern. Dies sind unsere Favoriten.
Alina Meissner-Bebrout ist eine der (viel zu) wenigen Sterneköchinnen in Deutschland. In Ulm hat sie gleich drei Orte geschaffen, die einen Besuch in der Stadt lohnen: Ihr Sternerestaurant Bibraud, ihre Brasserie Edda und das Hotel Maison Meissner. Dies ist das erste Kochbuch der Gastronomin. Es ist besonders aufwändig gestaltet, porträtiert alle drei Orte und zeichnet Meissner-Bebrouts Lebensweg und ihre Haltung zum Kochen und ihrem Beruf nach. Beeindruckend.
Nils Jorra, Kochbuch-Autor mit Spitzenküchen-Vergangenheit, hatte da einen Gedanken. Warum müssen Grillbücher immer nur aus Fleisch plus Beilage bestehen und alles „typisch männlich“ sein: dunkel, rauchig, fettig. Also machte er sich an die Arbeit und schrieb dieses Kochbuch, dass die Zubereitung mit und auf Feuer auf ein neues Level hebt. Vielseitig, zeitgemäß und ganz anders, als man Bücher aus diesem Thema sonst kennt.
Dieses Kochbuch ist das perfekte Beispiel dafür, wie man Theorie und Praxis auf köstlichste und optisch schönste Weise verbinden kann. Das Debut-Kochbuch von Moritz Schmid enthält Warenkunden zu den wichtigsten Zucht- und Wildpilzen und Gerichte, die ungeahnte Welten eröffnen.
Diana Scholl zeigt mit ihrem ersten Kochbuch, wie man mit minimalem, aber cleverem Einsatz von Küchentechnik und spannenden Aromen- und Konsistenz-Kombinationen das Beste aus Gemüse rausholen kann. Ihre 70 Rezepte sind bunt und abwechslungsreich, aus unterschiedlichsten Richtungen inspiriert und machen richtig Spaß.
Die Frage, ob Kochen nun Kunst oder Handwerk ist, wird zuweilen leidenschaftlich diskutiert. Ganz ähnlich ist es mir der, ob aus Kochbüchern nun gekocht wird oder sie nur zum Anschauen sind. Bei kaum einem zweiten Kochbuch treffen diese beiden Fragen bei diesem von Hannah Kleeberg aufeinander. Sie ist für ihre (essbaren!) Installationen, Skulpturen, Kunstwerke aus Lebensmitteln berühmt. Und was findet man in ihrem Buch? Esskunst für zuhause!
„Best of Asia“ könnte ein ebenso guter Titel für dieses Buch sein, das beliebte und bekannte Gerichte aus acht asiatischen Ländern Rezepte enthält. Viet Shao, der in den sozialen Medien zigtausende Follower hat, hat die Gerichte von seinen Reisen mitgebracht und bringt sie uns mit gelingsicheren Rezepten und guten thematischen Einführungen nah. Gefällt uns!
Der ausgestreckte Mittelfinger in der rechten Hand, die Fluppe hängt in der linken – so präsentiert sich Max Strohe auf dem Cover seines ersten Kochbuches und zeigt ziemlich deutlich, mit welcher Attitüde er an seine Arbeit herangeht: Mir doch egal, was ihr von mir denkt – ich koche, wie ich es will. Das Ergebnis kann man auf über 200 Seiten nachlesen: Rezepte, die sich um keine Konvention und geschmackliche Grenzen scheren. Nur um eins: Genuss. Oder wie Strohe selbst sagt: Zu salzig, zu fettig, zu süß.
An diesem Kochbuch lässt sich wunderbar beobachten, was passiert, wenn Küchentechnik, Kreativität und Einflüsse aus mehreren Länderküchen aufeinandertreffen. Die deutsch-französische Köchin Lucie Fischer-Chapalain zeigt darin Rezepte, deren Sinnlichkeit einen packt.
Diese Kochbuch-Newcomerin kommt aus einer ungewöhnlichen beruflichen Ecke: Saskia Diez ist Schmuck- und Produktdesignerin, ausgebildete Goldschmiedin und studierte Industriedesignerin. Ihr erstes Kochbuch stellt eine Vielzahl unkomplizierter Gerichte vor, die gleichzeitig abwechslungsreich und im besten Sinne „bunt“ sind. Manche davon kennt man schon, viele sind ihrer eigenen Kreativität entsprungen.
Hanna Reder beschreibt ihr Kochbuch als „Einladung, nach Gefühl zu kochen“. Und dieser Einladung folgt man gerne. Denn ihre Rezepte sind nicht nur auf herrlich unkomplizierte Weise umsetzbar, sondern auch kreativ und abwechslungsreich, ohne dabei jemals zu experimentell zu wirken.
Wer „Rezepte für die Seele“ verspricht, verspricht damit ein Gefühl: Wohlige Gerichte, bei denen man nicht viel nachdenken muss, um sie zu verstehen. Gerichte, die gut tun. Und dieses Kompliment muss man dem Kochbuch machen: Es erfüllt dieses Versprechen von der ersten bis zur letzten Seite.
Paula Bründl hat ihrer Heimat eine schöne kulinarische Hommage gewidmet. In ihrem Kochbuch findet man wundervolle Alpen-Küche mit allem, was man an ihr liebt. Beispiele für die herzhaften und süßen Speisen sind Palatschinken mit Marillenmarmelade, Brennnessel-Schlutzkrapfen mit Räucherschotten oder gefüllte und gebackene Zucchiniblüten mit frischen Erbsen und Bergkäse.
Ralph Schelling muss man sich als einen glücklichen Menschen vorstellen. Der Koch beglückt mit seinem Handwerk eine exklusive Kundschaft auf der ganzen Welt und kann dabei wohl aus dem Vollen schöpfen. In seinem Kochbuch verrät er einige seiner Rezepte, die eine klare Tendenz zur mediterranen Küche haben.