Kochbuch-Rezension
von (12. Januar 2020)

Vom Kipferl zum Croissant

Wiener Feingebäck einfach selbst machen. Die Geschichte der Viennoiserie

8,3 / 10
werbung

Das Kochbuch

Viennoiserie ist der Begriff für feine Backwaren, die ein entscheidendes Kriterium erfüllen müssen: auf 90 Teile Mehl müssen sie mindestens 10 Teile Fett und/oder Zucker enthalten. Im Klartext: das sind fast alle süßen und leckeren Gebäcke wie Plunder und Hörnchen, die aus Österreich bzw. Wien die Welt erobert haben. Dieses Backbuch ist eine wunderbare Einführung in dieses Feingebäck.

Der Inhalt

Den Beginn des Backbuches macht ein sehr lesenswerter Abriss der Geschichte der Wiener Backkunst. Zu lesen, wie die vielen Spezialitäten entstanden und sich von Wien aus verbreitet haben, ist höchst spannend. Wer wusste schon, dass die Ursprünge des Croissants in Wien liegen? Überhaupt staunt man über die schier endlose Formen- und Geschmacksvielfalt der Gebäcke. Die Seriosität des Ganzen erkennt man auch an den (historischen) Literaturangaben hinten im Buch.

Die Rezepte

Dies sind die Kapitel und einige Beispiele aus ihnen:

  • Handgebäck aus Semmelteig: Kaisersemmeln, Barches
  • Handgebäck aus Mürbem Teig: Mürbe Kipferl, Mohnstriezerl, Baunzerl
  • Flaumiges Gebäck aus Germteig: Buchteln, Batzerlgugelhupf, Erdäpfelmilchbrot, Faschingskrapfen
  • Buttrige Briocheteige: Brioche, Brioches Florentines, Zitronenbrioche
  • Backwerke aus Plunderteig: Croissant, gedrehte Nussplunder, Topfenkolatschen
  • Backwerke aus Blätterteig: Palmblätter, Zitronentascherl, Blätterteig-Apfelstrudel
  • Vorrat: Mandelzwieback, Biskotten, Christstollen

Die Autorin

Barbara van Melle war lange Jahre Journalistin beim ORF-Journalistin und ist nun Bestsellerautorin, Unternehmerin und Leiterin von Slow Food Wien.

Die Zielgruppe

Ein Backbuch für alle, die sich auch die feine und akribische Arbeit an Kunstwerken des österreichischen Backhandwerkes zutrauen.

Der Schwierigkeitsgrad

Anspruchsvoll!

Die Optik

Edel, ästhetisch und elegant. Die Bildsprache lässt die Gebäcke für sich sprechen. Sehr schön!

Die Zutaten

Einige Mehltypen sind etwas speziellerer Natur, sodass man sie zur Not online bestellen muss. Alles andere findet sich auch in einem hiesigen Supermarkt.

Das Fazit

Eine wundervolle Würdigung eines ehrbaren Handwerks, das eindrucksvolle und köstliche Ergebnisse hervorbringt.


Kochbuch-Details

Titel
Vom Kipferl zum Croissant
Von
Verlag
ISBN
978-3-22-214039-6
Erschienen
03.10.2019
Größe
190 x 245 mm
Seiten
192 Seiten
Preis
35,00


Benjamin Cordes
geschrieben von:
Benjamin Cordes
Benjamin Cordes ist Autor und Experte für Kulinarik. Seine Filme sind im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu sehen, seine Texte u.a. im Magazin Falstaff zu lesen. Er ist Gründer von Kaisergranat.com und Initiator des Deutschen Kochbuchpreises.


Kochbücher von Barbara van Melle und Pierre Reboul

Das Backbuch Laib mit Seele von Barbara von Melle
8,1 / 10
Kochbuch von
32,00 €
Brot und Gebäck sind mehr als nur Mehl, Wasser und Salz. Sie sind immer auch ein Zusammenspiel von Menschen, Handwerkern, Landwirten und der Natur. All dies rahmt dieses schöne Buch ein, das viel...
Der Duft von frischem Brot Buch Österreich Brandstätter 1
7,7 / 10
Kochbuch von
45,00 €
Für seine süßen Mehlspeisen ist Österreich gut bekannt. Doch auch seine Brotkultur kann sich sehen lassen. Dieses optisch besonders gelungene Backbuch stellt eine Auswahl der besten Bäcker des...
...
Kochbuch von
32,00 €
Es gibt sie noch, die großen Helden der Backstuben! Die, die selber backen, und die, vor deren Läden Menschen Schlange stehen. Was ist das Geheimnis ihres Brotes, das so unvergleichlich schmeckt?...
...
14,99 €
Die echte Weihnachtsbäckerei gibt es nicht zu kaufen, sondern sie ist mit Liebe und Geduld aus besten Zutaten komponiert. Eine wahre Expertin der raffiniertesten Kompositionen und...

Rezepte von Barbara van Melle und Pierre Reboul

Der Duft von frischem Brot Buch Österreich Brandstätter 1
Diese Pinzen sind eine echte Konkurrenz zum Osterstriezel. Die Mehlmenge ergibt vier große Pinzen, für eine Großfamilie gerade richtig. Man kann die Teigmenge natürlich auch halbieren.