Kochbuch-Rezension

Vom Kipferl zum Croissant

Wiener Feingebäck einfach selbst machen. Die Geschichte der Viennoiserie

8,3 / 10
30,00 €

Das Kochbuch

Viennoiserie ist der Begriff für feine Backwaren, die ein entscheidendes Kriterium erfüllen müssen: auf 90 Teile Mehl müssen sie mindestens 10 Teile Fett und/oder Zucker enthalten. Im Klartext: das sind fast alle süßen und leckeren Gebäcke wie Plunder und Hörnchen, die aus Österreich bzw. Wien die Welt erobert haben. Dieses Backbuch ist eine wunderbare Einführung in dieses Feingebäck.

Der Inhalt

Den Beginn des Backbuches macht ein sehr lesenswerter Abriss der Geschichte der Wiener Backkunst. Zu lesen, wie die vielen Spezialitäten entstanden und sich von Wien aus verbreitet haben, ist höchst spannend. Wer wusste schon, dass die Ursprünge des Croissants in Wien liegen? Überhaupt staunt man über die schier endlose Formen- und Geschmacksvielfalt der Gebäcke. Die Seriosität des Ganzen erkennt man auch an den (historischen) Literaturangaben hinten im Buch.

Die Rezepte

Dies sind die Kapitel und einige Beispiele aus ihnen:

  • Handgebäck aus Semmelteig: Kaisersemmeln, Barches
  • Handgebäck aus Mürbem Teig: Mürbe Kipferl, Mohnstriezerl, Baunzerl
  • Flaumiges Gebäck aus Germteig: Buchteln, Batzerlgugelhupf, Erdäpfelmilchbrot, Faschingskrapfen
  • Buttrige Briocheteige: Brioche, Brioches Florentines, Zitronenbrioche
  • Backwerke aus Plunderteig: Croissant, gedrehte Nussplunder, Topfenkolatschen
  • Backwerke aus Blätterteig: Palmblätter, Zitronentascherl, Blätterteig-Apfelstrudel
  • Vorrat: Mandelzwieback, Biskotten, Christstollen

Die Autorin

Barbara van Melle war lange Jahre Journalistin beim ORF-Journalistin und ist nun Bestsellerautorin, Unternehmerin und Leiterin von Slow Food Wien.

Die Zielgruppe

Ein Backbuch für alle, die sich auch die feine und akribische Arbeit an Kunstwerken des österreichischen Backhandwerkes zutrauen.

Der Schwierigkeitsgrad

Anspruchsvoll!

Die Optik

Edel, ästhetisch und elegant. Die Bildsprache lässt die Gebäcke für sich sprechen. Sehr schön!

Die Zutaten

Einige Mehltypen sind etwas speziellerer Natur, sodass man sie zur Not online bestellen muss. Alles andere findet sich auch in einem hiesigen Supermarkt.

Das Fazit

Eine wundervolle Würdigung eines ehrbaren Handwerks, das eindrucksvolle und köstliche Ergebnisse hervorbringt.

Veröffentlicht am 12. Januar 2020, überarbeitet am 12. Januar 2020.
Bild
geschrieben von:
Benjamin Cordes
Benjamin Cordes ist Journalist und beschäftigt sich beruflich ausschließlich mit kulinarischen Themen. Als Autor recherchiert er Beiträge über die Qualität von Lebensmitteln und Restaurants für das NDR Fernsehen.

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