Kochbuch-Rezension

Backen mit Pasta Madre

Meine Rezepte für herzhaftes und süßes Brot mit Mutterhefe

7,9 / 10

Das Kochbuch

Die Faszination des Backens hat zuletzt immer mehr Menschen ergriffen. Aus wenigen Zutaten köstliches zu backen ist eben ein erhabener Moment. So muss es auch Vea Carpi ergangen sein, als sie begann mit Mutterhefe, der Pasta Madre, zu backen. Aus ihrem reichen Erfahrungsschatz ist dieses wunderbare Kochbuch für italienisches Gebäck – süßes wie salziges, entstanden. Mit besonders authentischer, natürlicher und sympathischer Erzählweise.

Das Thema

Pasta Madre (auch Lievito Madre „Mutterhefe“ genannt) ist die italienische Bezeichnung für einen Sauerteig. In ihm leben wilde Hefen und Milchsäurebakterien, die u.a. Kohlendioxid erzeugen, das den Teig aufgehen lässt. Bei Wärme schneller, bei Kälte langsamer. Der Sauerteig ist also ein lebender Organismus.

Aber warum soll man mit ihm backen, wo es doch auch ganz normale Hefe zukaufen gibt? Carpi gibt in ihrer guten Einführung die Antwort: Weil die Fermentation mit „wilden“ Kulturen einen komplexeren Geschmack erzeugt. Das Brot wird außerdem leichter verdaulich, denn viele Nährstoffe werden so gewissermaßen vorverdaut, bekömmlicher und besser vom Körper aufgenommen. Außerdem hält das Brot länger frisch: Denn die enthaltene Milchsäure verhindert das Wachstum von ungewollten Bakterien und Schimmel, ähnlich wie beim Sauerkraut. Das alles ist nachvollziehbar und nahbar geschrieben, wie von einer Freundin für Freunde, denen sie die Angst vorm Backen nehmen möchte.

Die Rezepte

Die Rezepte sind nach Jahreszeiten geordnet und enthalten mehr süße Gebäcke als salzige bzw. Brot. Auch wenn wir das jetzt nicht genau nachgezählt haben. Einige Beispiele:

  • Frühling, u.a. mit: Colomba, Zimtschnecken, Waldbrot, Scones mit Holunderblüte
  • Sommer, u.a. mit: Buchteln, Ciabatta, Rosmarinbrot, Pancakes, Dinkelwaffeln
  • Herbst, u.a. mit: Challah, Kastanienbrot, Focaccia mit Almkäse, Kürbisbrot
  • Winter, u.a. mit: Gugelhupf, Krapfen, Panettone, Vinschger Parlen, Mohnstrudel

Die Autorinnen

Vea Carpi hat Politik in Florenz studiert, zog anschließend ins Trentino auf einen Bergbauernhof. Dort wurde sie Köchin und Bäuerin und lebt auf dem Hof mit ihrem Mann und ihren drei Kindern.

Irene Hager hat Pädagogik und Germanistik studiert. Sie arbeitet als Museumspädagogin, Projektleiterin, Ausbildnerin und Kuratorin und Carpi bei der Arbeit an diesem Buch unterstützt.

Die Zielgruppe

Ein Buch für Hobbybäcker mit Spaß an italienischer Backkunst.

Der Schwierigkeitsgrad

…wie immer beim (Brot) backen: wenn mans erstmal raushat, geht’s. Auch wenn man bis zum Ziel ein paar Fehlversuche verkraften muss. Nicht verzagen!

Die Optik

Klares, übersichtliches Layout, schöne, ganzseitige Foodfotografie.

Die Zutaten

Die zum Teil etwas spezielleren Mehle findet man in einem sehr guten Supermarkt, im Bioladen oder auch online.

Das Fazit

Ein schönes Backbuch, das mit seinem italienischen Fokus eine schöne Ergänzung zu weiteren Koch- und Backbüchern sein kann.

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Veröffentlicht am 26. September 2020, überarbeitet am 26. September 2020.
Bild
geschrieben von:
Benjamin Cordes
Benjamin Cordes ist Journalist und beschäftigt sich beruflich ausschließlich mit kulinarischen Themen. Als Autor recherchiert er Beiträge über die Qualität von Lebensmitteln und Restaurants für das NDR Fernsehen.

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