Fei Guad
Kochkultur & Mundart im Herzfleck Bayerns und rundumadum
Das Kochbuch
Sehr gute Kochbücher liefern mehr als „nur“ Rezepte. Sie leisten einen Beitrag zur Kochkultur und erzählen Geschichten. Das beides ist in diesem wunderschönen Kochbuch der Fall. Es verbindet kulinarische Erinnerungen aus der Oberpfalz, Franken, Niederbayern und Böhmen. Ein wunderbares Stück Koch- und Esskultur, gewürzt mit viel Mundart.
Die Rezepte
Die Gerichte sind eine wunderbare Mischung aus fast vergessenen Spezialitäten, altbewährten Klassikern, behutsam angepassten Rezepten und einigen kulinarischen Neuerfindungen.
Die Rezepttitel sind allesamt in Mundart benannt, wer derer nicht mächtig ist, findet eine hochdeutsche Übersetzung darunter. Und keine Sorge: der Rezepttext ist ebenfalls in hochdeutsch geschrieben.
Einige Beispiele: Grießnockerlsupp´n, Zwiefache Bäiderlsupp´n, Stoipülzsupp´n, Böfflamot, Bruckbaam (Kartoffelteigrollen aus dem Ofen), Saibling in da Soizboiz (gebeiztes Saiblingsfilet mit Tanne), Bayrischa Wurschtsalod, Quarkguglhupf, Apf´lkiachl und Schmandeis, Zimtmürbchen.
Zwischen den Rezepten gibt es noch einige lesenswerte Texte zu unterschiedlichen Themen aus der Esskultur und noch ein charmantes an verschiedenen Stellen eingestreutes Wörterbuch. Eine bessere Einleitung der Texte, zum Beispiel durch einen kurzen erklärenden Vorspann, wäre für das Verständnis noch besser gewesen.
Der Schwierigkeitsgrad
…variiert zwischen sehr einfach und aufwändiger und langwierig.
Die Zielgruppe
Dieses Kochbuch ist wunderbar für alle geeignet, die sich für Esskultur und -geschichte interessieren und das einfache, aber gute Essen zu schätzen wissen.
Die Zutaten
…sind bodenständiger Natur. Insbesondere für Fleisch und Fisch sollte man aber unbedingt nach guter Qualität Ausschau halten.
Die Autoren
Antonia und Alexander Feig wissen, wie man ein gutes Kochbuch schreibt: Das Fotografen-Paar gewann schon mit ihrem Debut-Buch Silber beim Deutschen Kochbuchpreis und schließen mit ihrem Buch nahtlos an diese Qualität an.
Die Optik
…verdient Bestnoten. Auf dem festen patten Papier bestaunt man herrlich anmutige und stille Fotografien, die fast bescheiden wirken. Es wechseln sich Gerichte mit Landschaftsaufnahmen und Details (das Muster vom Rotkohl in Nahaufnahme), der Untergrund aus angegrautem Holz bietet eine wunderbare Bühne für die nur dezent dekorierten Speisen.
Das Fazit
Ein herrliches Kochbuch, das zeigt, wieviel Geschichte in Gerichten steckt.

Benjamin Cordes
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