Das Kochbuch
Es kommt durchaus häufiger vor, dass man beim Durchblättern eines Kochbuches Urlaubsgefühle bekommt. Aber selten sind die so stark ausgeprägt wie in diesem Fall. Lazaros Kapageoroglou bereist darin die griechischen Inselgruppen (3000 Inseln hat Griechenland insgesamt!) und zeigt, was dort jeweils auf den Tisch kommt. Ein Buch, dass besonders von seiner Atmosphäre lebt.
Der Inhalt und die Rezepte
Jede wichtige Insel(gruppe) hat hier ihr eigenes Kapitel und wird jeweils einleitend vorgestellt. Nicht immer wirkt das jedoch besonders individuell. Die Texte gleiten öfters etwas ins kitschige, stereotype ab. Begriffe wie Geduld, Liebe und wahrer Luxus begegnen einem gefühlt etwas oft.
Die Rezepte greifen jeweils die Spezialitäten der Inseln auf und haben dabei öfters gewisse Gemeinsamkeiten (z. B. Teig, gerne frittiert). Man könnte sich hier mehr Varianz vorstellen, aber wir vertrauen darauf, dass die Gerichte eine realistischer Abbildung der jeweiligen Spezialitäten sind.
Einige Beispiele, die uns besonders gefallen: Gerstenzwieback „Dakos“ mit Tomaten und Feta, der Lammeintopf „Gamopílafo“, bei dem der Reis im Schmorfond gegart wird, ein Honig-Ricottakuchen ohne Mehl (Ricotta dient als Ersatz für den griechischen Frischkäse Anthotyro), gefüllte Zucchini-Blüten mit Reis und Kräutern, cremiges Linsenpüree mit Olivenöl, Reispudding, Ofenomelett „Sfougato“ mit Zucchini und Feta.
Wer gleich ein ganzes Dorf einladen möchte, dem sei der Olivenölkuchen „Ladopita“ empfohlen: Mit insgesamt einem 1 Kilo Zucker und Honig, 1,5 L Olivenöl und 1,2 Kilo Mehl.
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Der Schwierigkeitsgrad
… variiert zwischen einfach und mittelschwer.
Die Zielgruppe
Wer Sehnsucht nach Griechenland hat, der kommt hier voll auf seine Kosten.
Die Zutaten
… bekommt man zu einem großen Teil in (Bio-) Supermärkten, für viele speziellere Zutaten werden Alternativen (siehe Ricotta) vorgeschlagen. Der öfters erwähnte Zopfmehl ist in Deutschland eher unbekannt, kann jedoch problemlos mit hellem Weizen- oder Dinkelmehl oder einer Mischung aus beiden ersetzt werden.
Der Autor
Wir zitieren den Verlag: Lazaros Kapageoroglou ist in Griechenland geboren und lebt seit vielen Jahren in Zürich, wo er als Chefkoch, Unternehmer und leidenschaftlicher Gastgeber in Kursen oder auf seinem Blog ≫Laz uns kochen≪ andere Menschen mit seiner Begeisterung fürs Kochen und Genießen ansteckt. Sein Kochbuch Sonne und Meer auf dem Teller wurde mit dem Deutschen Kochbuchpreis ausgezeichnet.
Die Optik
… ist der größte Trumpf des Buches: viele ganzseitige Aufnahmen, die fast zu malerisch sind, um wahr zu sein.
Das Fazit
Ein wundervolles Stück griechische Esskultur, die mit einer Prise mehr Individualität und Tiefgang bei den Inselporträts noch mehr überzeugt hätte.

Benjamin Cordes
Kochbücher















