Von Generation zu Generation
Das Kochbuch
Das lieben wir an Kochbüchern: Dass sie nicht einfach nur Rezepte aneinanderreihen, sondern dahinter etwas größeres Ganzes steht. So wie in diesem Fall die Weitergabe traditioneller Rezepte und Esskultur aus Südtirol. Ein großer Rezeptschatz.
Die Rezepte
Im Zentrum dieses Buches steht die traditionelle Südtiroler Küche und die ist erfreulicherweise (!) relativ eng gefasst. Es geht wirklich nur um Klassiker. Und um Gerichte, die eher unbekannt sind – bedauerlicherweise. Hier bekommen sie ihre Bühne und das ist gut so.
Dies sind einige Beispiele: Schwarzplentenes Frigele, Spinat-Tschutsch, Schlutzkrapfen, Sarner Specknocken, Tirtlan, Cajincí arstis, Kaspressknödel, Bauernschöpenes, Fochaz, Salbeimäuse, Muas mit weißem Maismehl, Zelten, Mogenzuckerlen, VInschger Paarlen.
Wie man sieht: Dies ist ein herrlicher Fundus traditioneller Rezepte. Ein kleiner Kritikpunkt, den wir anmerken würden: Einige Gerichte (insbesondere Gebäcke) könnte man behutsam modernisieren. So würden die Vinschger Paarlen mit Sauerteig und viel weniger Hefe sicherlich deutlich besser schmecken und bekömmlich sein und auch der Germzopf wird mit (zu) viel Hefe gebacken.
Einige der Gerichte gibt es auch in anderen Ländern und Regionen? Kein Wunder, schließlich macht Esskultur nicht an politischen Grenzen halt!
Was sonst noch in dem Buch steht
Die ersten rund 30 Seiten des Buches widmen sich noch mehr Hintergründen der Südtiroler Esskultur. So geht es um Hunger und Not-Zeiten, um fette und kräftigende Speisen, Bräuche und Festtage und die Bedeutung der Krapfen. Sehr lesenswert!
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Der Schwierigkeitsgrad
… variiert zwischen kinderleicht und aufwändig/langwierig.
Die Zielgruppe
Dies ist nicht unbedingt ein Kochbuch (nur) für Romantiker. Vielmehr eines für jene, die sich für die Esskultur im Alpenraum und ihre Hintergründe insgesamt interessieren.
Die Zutaten
… findet man zum größten Teil problemlos auch abseits der Alpen, vor allem in Bio-Märkten und auf Wochenmärkten.
Die Autorinnen
Bäuerinnen aus der Südtiroler Bäuerinnenorganisation stehen hinter dem Buch, Barbara Stocker hat ihre Rezepte und Geschichten zu diesem Buch zusammengeführt.
Die Optik
Das Layout ist uns etwas zu verspielt, die Fotografie umso stimmungsvoller.
Das Fazit
Ein großes Kompliment für diesen Beitrag zur Südtiroler Esskultur und ihrem Erhalt!

Benjamin Cordes
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