Das Kochbuch
Was für ein Buch. Dieser dicke Wälzer von Wolfgang Müller und Benjamin Haverkamp zeigt das Thema Wild-Küche auf eine Art, wie man sie noch nicht kannte. Mit tiefgehendem Wissen und Rezepten, die so kreativ und gleichzeitig stimmig sind, dass man nur voll des Lobes sein kann. Sind wir auch!
Der Inhalt
Das Buch ist sehr stringent und schlüssig aufgebaut. Im einführenden Teil geht es u.a. um diese Themen: Wildarten, Jagdarten, Wild richtig verwerten, Saison und Revier, Wild aufbrechen und ausnehmen, Wild abziehen, Zerlegung und Fleischteile verschiedener Wildarten. Dazu noch eine Warenkunde für Pilze, Wildkräuter, Blüten, Beeren, Baum- und Strauchfrüchte.
Die Rezepte
Die Rezepte begeistern uns. Der Grund: Sie betten das Thema Wild wie auf ganz natürliche Weise in eine kulinarische Umgebung ein, die wunderbar passt. So spielen etwa viele Pilze und andere Früchte und Zutaten aus der Natur eine Rolle. Gerichte wie ein Spaziergang durch die Natur.
Die vollständige Übersicht über die Kapitel: Vorspeisen, Suppen, Zwischengänge, Klassiker, Hauptgerichte, außergewöhnliches Wild, Würste und Schinken, Desserts, Grundrezepte.
Dies sind einige Beispiele daraus: Hirschcarpaccio mit Schwefelporling und Fichtenwipfel-Honigvinaigrette, Frischlingsfilet mit Riesenschirmling und Gerste, Pot au Feu vom Reh mit Rehravioli und Austernseitlingen, Kaffee-Currysuppe mit gebackener Wildente, Wachtelrahmsuppe, Hirschroulade mit Pfifferlingen, Rehpastete, Rehrücken „Baden Baden“, geschmorter Feldhase mit Semmelstoppelpilzen, gebratener Fasan „Winzerin Art“ mit Rieslingkraut, Gamsrücken mit Maronenpilzen, diverse Würste und Schinken-Varianten, Hagebutte mit Vanillesoufflé und Walnuss-Eis, Haselnuss-Apfelkrapfen mit Honig-Hafergrütze, Steinpilz-Tiramisu.
Der Schwierigkeitsgrad
Ein paar Rezept sind unkompliziert, die Mehrheit erfordert aber mehr Aufwand. Wieviel, das hängt auch maßgeblich davon an, wie weit das jeweilige Wild schon (vom Metzger oder Jäger) vorbereitet ist.
Da die meisten Gerichte aus mehreren Bausteinen bestehen, bietet es sich auch hervorragend an, nur einzelne Teilrezepte daraus zu kochen.
Die Zielgruppe
Wer sich für Wild interessiert, der muss dieses Kochbuch im Regal stehen haben.
Die Zutaten
Es ist vollkommen klar: Ohne einen guten Wildhandel geht hier nix. Zutaten wie Pilze und Beeren findet man am besten selbst in der Natur. Und alles weitere gibt´s problemlos in guten Supermärkten zu kaufen.
Die Autoren
Wir zitieren aus dem Buch:
Wolfgang Müller war nach seiner Ausbildungen zum Metzger und zum Koch 18 Jahre in der Sternegastronomie tätig, unter anderem im Schlosshotel Bühlerhöhe, ehe er sich selbstständig machte. Sein umfassendes Wissen gibt Wolfgang Müller auf vielfältige Weise weiter: als Autor von Kochbüchern, als exklusiver Berater, als Eventkoch oder aber als Referent für Workshops und Seminare.
Benjamin Haverkamp unterrichtet seit mehr als 20 Jahren in der Jungjägerausbildung. Er verbindet in seiner Jagd-schule Teutoburger Wald Altbewährtes mit neuen Ideen und einem neuen Lernansatz. Seine Liebe zur Natur und zur Arbeit des Jagdmeisters mit eigenem Revier ist dabei stets ausschlaggebend für sein Engagement.
Die Optik
Großes Format, sehr gut lesbares und klares Layout, ganzseitige und sehr ästhetische Foodfotografie (Florian Bolk).
Das Fazit
Ein Wild-Kochbuch, das Maßstäbe setzt. Große Empfehlung!






















