1 :: 0.9
Zora mit der Kliemannsland-Crew
Kulinarisches

Endlich mal ´ne andere Kochsendung!

Bei „Koch ma!“ ist nichts perfekt, nichts vorbereitet und nichts inszeniert. Und die Kochsendung läuft nicht im Fernsehen, sondern ausschließlich auf Youtube. Da zeigt Zora Klipp, was für sie gute Produkte sind, wie man unkompliziert mit ihnen kochen kann und wie sie sich nach und nach ihr eigenes Restaurant aufbaut. Und das, ohne jemals vor der Kamera gestanden zu haben.

Kulinarisches

Zora Klipp kocht ab sofort im „Kliemannsland“ und wir stellen sie vor.

Bild
Zora Klipp in dem, was später mal ihre Restaurantküche werden soll.

Moin Zora! Was ist das Prinzip von „Koch ma!“?

Mir geht es darum zu zeigen, dass Kochen und Essen ein schöner Grund sind, sich zu treffen und Spaß zu haben. Da muss nicht alles perfekt sein, aber ich versuche auch, ein paar Tipps mitzugeben, wie man es noch entspannter machen kann. Schließlich koche ich im Kliemannsland und da ist auch nichts perfekt! (Hier geht´s zu Fynn Kliemanns aktuellem Buch).

Was ist das Besondere an dem Format?

Ich koche im Moment noch in einer improvisierten Küche auf dem Bauernhof von Fynn Kliemann und nach und nach wird daraus ein echtes kleines Restaurant entstehen, in dem wir dann auch Gäste empfangen können. Die User können aber nicht nur da dabei sein sondern auch, wenn ich die Lebensmittel, mit denen ich später koche, irgendwo abhole, ernte oder herstelle. Sei es auf einem Bauernhof, im Wald oder in einer Käserei. Kulinarisch versuche ich eigentlich gar nicht, besonders ausgefallen zu sein, denn ich möchte, dass die Zuschauer auch wirklich Bock haben, die Gerichte nachzukochen. Außerdem werde ich im Laufe der Zeit auch immer wieder Einflüsse von meinen vielen Reisen einfließen lassen. Das gehört auf jeden Fall zu mir dazu.

Bild
Unterwegs mit Jonas, dem Kliemannsland-Gärtner

Was war der ungewöhnlichste Ort, an dem du bisher auf deinen ganzen Trips gekocht hast?

Das muss auf der letzten Reise in Bolivien auf circa 4500 Metern Höhe gewesen sein. Wir waren in einer ganz kleinen Hütte ohne Strom und fließend Wasser irgendwo in den Anden. Es war arschkalt und meine Freundin und ich hatten nur einen alten Blechpott und einen kleinen Gaskocher. Und wir haben irgendwie nicht auf dem Schirm gehabt, dass sich die Garzeiten auf so einer Höhe ändern. Also haben wir gefühlte zwei Stunden total hungrig darauf gewartet, dass die Kartoffeln und Linsen gar werden. Nicht schön!

Du hast noch nie vor einer Kamera gestanden. Wie kam es dazu, dass du nun auf einmal ein Format präsentierst?

Fynn Kliemann, der hier sein „Kliemannsland“ baut und darin lebt, hatte mich irgendwann einfach angerufen und gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, für so ein Format vor der Kamera zu stehen. Wir sind Freunde und kennen uns schon unser ganzes Leben und ich fand das, was er macht, von Anfang an super. Also habe ich mich dann einfach mal mit dem Team getroffen und fand die Idee total cool.

Zoras Ankunft im Kliemannsland

Und? Wie läuft´s?

Am Anfang war es einfach mega ungewohnt so im Mittelpunkt zu stehen. Aber das Kamerateam ist super, wechselt nicht und so konnte ich mich schnell an alle gewöhnen. Das hat sehr geholfen. Und jetzt, nachdem die ersten Folgen gedreht sind, macht es einfach sehr viel Spaß!

Können die Zuschauer beim Dreh auch mal live dabei sein?

Wir sind grade selber noch etwas in der Findungsphase, was den ganzen Ablauf der Sendung angeht. Aber für´s nächste Jahr könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass wir vielleicht eine Art Bewerbungsrunde oder so machen, um mitkochen oder mindestens mitessen zu können. 

Du hast erst eine Kochausbildung gemacht, als Köchin gearbeitet und dich dann aber noch für ein Studium entschieden. Warum?

Als Köchin zu arbeiten bedeutet in den meisten Fällen: lange Tage, kein Wochenende und keine freien Feiertage. Außerdem sind die Arbeitsbedingungen generell recht hart. Das hat mir auf Dauer ein bisschen den Spaß am Kochen genommen. Außerdem war ich damals noch ziemlich jung. Ich habe mit 16 die Ausbildung begonnen und wollte gerne noch etwas von der Welt sehen. Im Tourismusmanagement-Studium habe ich dann viel über Wirtschaft, Management und andere Kulturen gelernt. Und da ich schon immer davon geträumt habe, mich mal selbstständig zu machen, ist so ein Wissen natürlich sehr hilfreich.

Bild
Zora mit der Kliemannsland-Crew

Was unterscheidet dich von anderen Köchen, die man so kennt?

Ich würde sagen einer der größten Unterschiede ist, dass ich eine Frau bin. Die Mehrheit der Köche sind ja nun mal Männer. Außerdem habe ich durch mein Studium gar nicht sooo viel Berufserfahrung und lerne selber in dem Format noch ganz viel Neues dazu. Ich nehme alles immer gerne mit Humor und bin halt bei manchen Sachen dann auch mal typisch Mädchen.

Kann man in der Küche eigentlich auch mal richtig Mist bauen?

Klar. Ich habe mal eine Zeit lang Urlaubsvertretung in der Patisserie gemacht und wir hatten Schokoladenmousse vom Brunch übrig. Ab in den Spritzbeutel, auf einem Blech kleine Häufchen geformt und eingefroren. Nach Feierabend haben wir dann die kleinen Häufchen überall im Backoffice der Kellner platziert und uns am nächsten Morgen über die Ekelschreie der Kollegen gefreut (*lacht*).

Apropos Mousse au chocolat: Fett oder fettarm?

Definitiv eher fett!

Sympathisch. Danke, Zora!

 

„Koch ma!“ gehört zu „funk“ dem Angebot von ARD und ZDF für alle unter 29 Jahren. Hier geht´s zum Youtube-Kanal von Koch Ma! und das ist die erste Folge:

 

Veröffentlicht am 02. November 2017, überarbeitet am 02. November 2017.
Bild
geschrieben von:
Benjamin Cordes
Benjamin Cordes ist Journalist und beschäftigt sich beruflich ausschließlich mit kulinarischen Themen. Als Autor recherchiert er Beiträge über die Qualität von Lebensmitteln und Restaurants für das NDR Fernsehen.
Anzeige

Kulinarisches

Alles, was man zum Grillen wissen muss.

Alles, was man zum Grillen wissen muss.

„Beef Buddy“ Tarik Rose und Steakexperte Dirk Ludwig im großen Interview. Worauf muss man beim Fleischkauf achten, sollte man vorher oder nachher salzen und was ist das Geheimnis vom „dry aging“? All das erfahrt Ihr hier.weiterlesen
Auf dem Wochenmarkt mit Thomas Sampl

Auf dem Wochenmarkt mit Thomas Sampl

Der Hamburger Koch Thomas Sampl hat es sich zum Ziel gesetzt, regionale Produzenten und kulinarische Vielfalt zu stärken. Sein Wissen und seine Enthusiasmus vermittelt er unter anderem bei Touren über Hamburger Wochenmärkte. Wir haben ihn dabei begleitet.weiterlesen
Bretagne trifft Hamburg

Bretagne trifft Hamburg

Frédéric Morel hat vor kurzem das „Seven Oceans“ in Hamburg verlassen, um sich in Münster selbstständig zu machen. Maurizio Oster aus dem Zeik wurde gerade vom Gusto-Führer zum Newcomer des Jahres ausgezeichnet. Zusammen mit Robin Bender haben die beiden im Restaurant „Zeik“ ein…weiterlesen
Brot backen: Der Mythos vom traditionellen Handwerk

Brot backen: Der Mythos vom traditionellen Handwerk

Vor kurzem sorgte eine große Geschichte im „Stern“ für Aufregung: In „Das Märchen vom guten Brot“ schreibt Bert Gamerschlag einen Abgesang auf das deutsche Bäckerhandwerk. Viele Brote seien nur angerührte Fertigmischungen, dazu noch voll mit Zusatzstoffen. Wie schlecht ist es also wirklich um das…weiterlesen

Kochbücher

100 Fingerfoods

100 Fingerfoods

7,5 / 10
25,00 €
Regelmäßig steht Gastgebern vor einer Party leichte Panik ins Gesichts geschrieben, angesichts der Frage, was man seinen Gästen denn wohl als Fingerfood servieren könnte. Schon wieder Schnittchen oder Tomatemozarellabasilikum? Höchste Zeit, dass ein Kochbuch das Thema aufgreift und Fingerfood auf…weiterlesen
100 Gerichte, die du gekocht haben musst, bevor du den Löffel abgibst

100 Gerichte, die du gekocht haben musst, bevor du den Löffel abgibst

7,9 / 10
Kochbuch von
20,00 €
Das sollen sie also sein. Die 100 Gerichte, die jeder von uns vor seinem Ableben gekocht haben muss. Das ist natürlich eigentlich in erster Linie eine ziemlich subjektive Angelegenheit. Trotzdem sind die Klassiker, die Annette Sandner hier zusammengetragen hat, (fast) alle das Nachkochen Wert.…weiterlesen
180° 20 min

180° 20 min

8,1 / 10
35,00 €
Das Blankeneser Fischhuus ist in den Hamburger Elbvororten eine Institution. Seit 1924 verkauft der privat geführte Betrieb Fisch, Meeresfrüchte, Feinkost und Räucherwaren aus der eigenen Räucherkammer. Nun werden das Traditionsgeschäft und seine Betreiber einem schönen Kochbuch gewürdigt, das zu…weiterlesen
30 Minuten Gemüseküche

30 Minuten Gemüseküche

7,9 / 10
Kochbuch von
24,90 €
Diese Rezension kann man relativ kurz machen, ohne dabei dem Buch nicht gerecht zu werden. Denn es ist so klar und so gut, dass das auch klar und schnell zu erzählen ist. ​​​​​​​Katharina Seiser hat aus fünf bisher erschienenen Büchern ihrer „Vegetarisch-“Reihe besonders schnelle Rezepte…weiterlesen