Norddeutsche Heimwehküche

Die besten Rezepte vom Alten Land bis Rügen


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19,95 EUR
Erschienen: 20. Februar 2017
Seiten: 192
Größe: 189 x 246 x 21 mm

Unsere Wertung


19,95 EUR

Das Kochbuch

Dies ist ein Kochbuch aus der Abteilung Wohlfühl-Buch. Es überfordert nicht mit Extravaganzen und ist gleichzeitig so hübsch gemacht, dass man es sich gerne ansieht. Die beiden Autorinnen haben sich in Norddeutschland auf die Suche nach den „leckersten, typischsten, bekanntesten und innovativsten Rezepten“ gemacht. Herausgekommen ist ein hübsches Buch, das traditionelle Rezepte zeigt, aber dabei nicht angestaubt ist.

Das Thema

Auf ihren Streifzügen durch die verschiedenen Regionen waren Vanessa Jansen und Christiane Leesker „auf Nordstrand, wo es keine Strände gibt, im Sachsenwald, der nicht in Sachsen liegt und im Alten Land, das gar nicht so alt ist.“ Immer auf der Suche nach Norddeutschlands Besonderheiten und Produkten, sie fanden Schnucken (Schafe), Poorn (Nordseekrabben), Bodden (Küstengewässer) und Hühnergötter (durchlöcherte Feuersteine). Und Küchenchefs und Hausfrauen, Einheimische und Reisende haben ihnen erzählt, was Norddeutschlands Küche für sie ausmacht.

Der Autor

Der Verlag schreibt: „Vanessa Jansen, Fotografin, und Christiane Leesker, Grafikdesignerin und Autorin, arbeiten und leben in Münster. Seit Jahren reisen sie gemeinsam für verschie- dene Buchprojekte durch die Welt – vor allem durch Deutschland. Um die besten Rezepte aus dem Norden zu recherchieren, besuchten die beiden Küsten und Deiche, Hansestädte und Hinterland. Zwischen Obsternte und Krabbenpulen lernten sie Land, Leute und natürlich die Küche der vielfältigen Gegend kennen.“

Die Zielgruppe

Mal wieder ein Fall für „Urlaub per Kochbuch“. Denn nicht nur die, die auf der Suche nach schönen echten norddeutschen Gerichten sind, sondern auch die, die mit dem Lesen eines Kochbuchs etwas Zerstreuung und Eskapismus suchen, sind hier richtig.

Die Rezepte

Die rund 70 Rezepte haben die Autorinnen entlang der Küste eingesammelt. Und sie erklären spannend, wie die Gerichte und Produkte von Landschaft und regionaler Geschichte abhängen: Logischerweise spielt Fisch eine große Rolle, auf trockengelegten Moore wächst Buchweizen besonders gut. Schafe werden nicht nur für Fleisch und Wolle gehalten, sondern auch zur Deichpflege. Und weil Hansestädte wie Bremen und Hamburg durch ihre Häfen mit fast der ganzen Welt verbunden sind, spielen in ihren Gerichten auch exotische Gewürze und Südfrüchte eine Rolle. Das Ergebnis ist eine bunte Mischung aus traditionellen und modernen, althergebrachten und neu erfundenen Gerichten. Manch neue Gerichte sind etwas verkitscht benannt wie z. B. der Fischerschmaus aber auch die echten Klassiker wie Matjes Hausfrauenart mit Äpfeln und Zwiebeln oder Fliederbeersuppe mit Grießklößchen sind dabei.

Der Schwierigkeitsgrad

...ist überwiegend leicht. Nichts lenkt ab von dem Gedanken, gerade in einer offenen Küche an der Küste zu kochen und sich abwechselnd die steife Brise und den Duft der Gerichte um die Nase wehen zu lassen.

Das beste Rezept

Das Traditionsgebäck Bremer Klaben erinnert ein wenig an Stollen und ist doch wieder ganz anders. Die Autorinnen schreiben: „Das Früchtebrot aus Hefeteig ist sehr schwer und durch üppige Zugabe von Rosinen, Orangeat, Zitronat und Mandeln sehr gehaltvoll. Durch Kardamom und Muskat bekommt es außerdem einen leicht orientalischen Touch. Anders als Stollen, der nur zur Weihnachtszeit auf den Tisch kommt, wird Bremer Klaben das ganze Jahr hindurch – dick mit Butter bestrichen – zum Tee gereicht.“ Wenn das nicht lecker klingt...

Das Neue

Seien wir ehrlich: davon gibt´s hier nicht viel. Aber das macht nix.

Die Optik

Das schöne an dem Buch ist seine freundliche Ausstrahlung. Es wirkt wie ein Ferienhaus in weiß und blau, hell und freundlich. Man fühlt sich bei Lesen richtig wohl, die Stimmung ist gemütlich aber nicht kitschig. Abgerundet wird der Eindruck durch ganzseitige Bilder der Landschaften und Rezepte, die schön angerichtet und dekoriert sind, aber davon nie zu viel.

Der Inhalt

Die Rezepte: Kleine Gerichte, Suppen & Eintöpfe, Fisch – Granat – Porr – Knat und Poorn, Fleisch, Süßes & Gebäck.

Dazu kommen noch kurze aber lesenswerte Zwischenkapitel, die Norddeutsche Produkte und Bräuche erklären: Obsternte im Alten Land, Pommerngänse auf Rügen, Sanddorn, die Zitrone des Nordens, Ostfriesische Tee-Zeremonie.

Die Zutaten

Dass es den frischesten Fisch nicht unbedingt immer nur an der Küste gibt, ist ja mittlerweile bekannt. Aber was geht schon über einen Einkauf direkt am Kutter? Für alle anderen Produkte (denn Fisch und Krabben sind hier längst nicht die einzigen Protagonisten) gilt natürlich ebenso: Qualität schmeckt am besten.

Das Fazit

Ein kleines, feines Buch für Leute an der Küste oder die, die gerne mal wieder da wären.


19,95 EUR


Die Hardware zum Buch:



Das Rezept zum Buch:

  • Fliederbeersuppe
    In Norddeutschland wird Flieder genannt, was offiziell Holunder heißt. Der dort beliebte Fliedersekt und Fliederwein wird folglich aus Holunder­ und nicht aus Fliederblüten zubereitet. Holunderbeersaft kann man im Reformhaus kaufen oder im Herbst selbst herstellen. Oft wird der intensive Saft für die Suppe mit Wasser verdünnt. Darauf haben wir allerdings verzichtet.


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