Das Kochbuch
Dieses Buch kommt dabei heraus, wenn man Pizza zu einer Wissenschaft macht. Und das meinen wir ausschließlich positiv. Denn dieses umfangreiche Standardwerk greift alle Aspekte des Pizzamachens auf und beleuchtet sie wissenschaftlich-physikalisch und kulinarisch. Ergebnis ist Pizza in Perfektion mit einer riesigen Bandbreite an kreativen Rezepten.
Der Inhalt
Kein Thema wird hier ausgelassen und so gibt es umfangreiche Kapitel zu den Themen Teig, Sauce, Käse, Belag und Kräuter. Dazu noch kleine Abschnitte wie Pimp my Pizza, Pizzaöfen und sogar Rezepte für Pizza-Reste (geniale Idee: Dips, um den Pizza-Rand hineinzutauchen).
Die Pizza-Matrix und die bebilderte Inhaltsübersicht helfen bei der Entscheidung, welchem der über 70 Rezepte man sich annehmen möchte.
Und wer es so richtig wissen will, der gibt sich die wissenschaftlichen Artikel („In science we trust), bei denen Lebensmittelphysiker Thomas Vilgis den entscheidenden Anteil beigetragen hat.
Die Rezepte
Die Rezepte sind äußerst kreativ und vielseitig. Dabei oft aber nicht immer italienisch. Einige Teige sind mit Sauerteig, die allermeisten mit Hefe. Auch die Stile unterscheiden sich: römisch, neapolitanisch, Pinsa oder mit Vollkornanteil.
Ein paar Beispiele für die Zutatenkombinationen: Fenchel – Fenchel-Salami – konfierte Tomaten – Fior di Latte / Secreto Ibérico – Chorizo – Zwiebel – Scarmoza / Kimchi – ´Nduja – Parmesan – Honig – Burrata / Trüffel – Ricotta – Parmesan – Morchel / Karottencreme – Mangold – Kürbis – Kürbiskerne – Ziegenfrischkäse.
Man merkt schon, es wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Hier ist es wirklich mal angebracht: ein großes Zutaten- und Aromenfeuerwerk.
Der Schwierigkeitsgrad und die Zielgruppe.
Als Einsteigerbuch würden wir dieses Werk trotz der präzisen Anleitungen nicht empfehlen. Aber wer schon die ein oder andere Pizza gebacken hat, wird mit diesem Buch und seinen zum Teil anspruchsvolleren und aufwändigeren Rezepten viel Freude haben.
Die Zutaten
…findet man zwar zum Teil auch in guten (Bio-)Supermärkten, aber einen guten Spezialisten zu kennen dürfte hilfreich sein. Und online findet man sowieso fast immer alles.
Der Autor
Hubertus Emanuel Tzschirner ist, wir zitieren aus dem Buch „Koch, Autor, Caterer, Foodstylist, Konzeptionist, Visionär, Pizzaliebhaber, Familienvater und leidenschaftlicher Gastgeber.“. Er steht „für Perfektion, Kreativität und die Fähigkeit, selbst aus den kleinsten Dingen Großes zu schaffen - immer mit einer ordentlichen Prise Humor, Selbstironie und am liebsten einer Pizza.“ In der Vergangenheit hat er bereits die Kochbuch-Meisterwerke „Burger Unser“ und „Eis“ geschaffen.
Wer noch alles an dem Buch beteiligt war, liest man mit Freude im Kapitel „Die Pizzabande“.
Die Optik
Opulente Rezepte opulent in Szene gesetzt (Fotograf: Daniel Esswein). Manche Pizzen wirken fast surreal perfekt. Macht Spaß, anzusehen!
Das Fazit
Hier sind Superlative angebracht: Eines der besten, umfangreichsten und bereicherndsten Pizza-Bücher seit langer Zeit. Fettes Kompliment an alle Beteiligten.

















