Madam Chutney
Authentisch indisch kochen. Eine kulinarische Reise von den Ausläufern des Himalaya bis zu den Alpen über 80 Original-Rezepte
Das Kochbuch
Es gibt viele gute Gründe, ein Restaurant zu eröffnen. Ein besonders guter aber ist, es aus Sehnsucht nach der Heimat und seinen Gerichten zu betreiben. So hat es Prateek Reen gemacht, die der Liebe wegen aus Nordindien nach München zog. Dort betreibt sie nun zwei „Madame Chutney“-Restaurants. In ihrem gleichnamigen Kochbuch gibt sie einen wundervollen Einblick in die indische Esskultur und seine Rezepte.
Der Inhalt
Wenn man eine Idee, davon haben möchte, was schlimmes Heimweh und Sehnsucht nach dem Essen von zuhause bedeuten, sollte man dieses Buch lesen. Zusammen mit dem Journalist Marten Rolff (SZ) beschreibt Prateek darin, wie sie ihre Heimat und das Essen dort so sehr vermisst hat, dass sie begann, in ihrer neuen Münchener Heimat zur Bewältigung stundenlang und bis in die Nacht zu kochen. Und ihre Mutter berichtet, dass sie manchmal angerufen habe, nur um zu fragen, was es heute zu essen gäbe und es sich per Video zeigen zu lassen. Wir fühlen mit ihr!
Diese Schilderungen und viele weitere machen dieses Kochbuch zu einem besonders persönlichen. Dass Prateek Reen und Marten Rolff dafür gemeinsam durch Indien gereist sind, macht den Eindruck noch intensiver. Die Hintergründe und Reportagen zu lesen, ist sehr bereichernd.
Die Rezepte
Da der Ursprung dieser Rezepte Prateeks Heimweh ist, ist es nur folgerichtig, dass sie auch so zubereitet werden wie in ihrer Heimat. Was das bedeutet, schreibt sie direkt zu Beginn des Buches: Diese Rezepte sind kompromisslos indisch, lassen keine Gewürze weg und machen auch bei der Schärfe keine Abstriche. Was längst nicht bedeutet, dass sämtliche Rezepte scharf sind.
Ein paar Beispiele. Wir haben uns zwecks der besseren Verständlichkeit bei den meisten für den deutschen Titel entschieden. Der indische steht stets obendrüber, ebenso wie eine sehr sinnvolle und aufschlussreiche Beschreibung zum Hintergrund des Gerichtes und seiner Zubereitung.
Kartoffel-Käse-Toast, Panir mit Tomaten, Buttermilch-Lamm-Curry, Chai-Tee, goldene Milch, Raita mit Gurke und Minze, Palak Paneer, Naan, Butter Chicken, Panir in Cashew-Tomaten-Sauce, Kokos-Jaggery-Lassi, Knoblauch-Garnelen mit Gunpowder, Madam Chutneys Mango-Lassi, würzige Kartoffeln mit Kreuzkümmel, Hähnchen-Biryani, Chicken Tikka.
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Der Schwierigkeitsgrad
Die Gerichte erfordern unterschiedlich viel Aufwand und können. Der Technikeinsatz ist sehr gering, umso wichtiger ist es, das richtige Gefühl für die Zubereitung zu bekommen. Übungssache!
Die Zielgruppe
Wer ein tiefgehendes Interesse an indischer Küche hat und seinen kulinarischen Horizont ein großes Stück erweitern möchte, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen.
Die Zutaten
Die Zutatenlisten fast aller Rezepte sind lang. Und das hat einen Grund: Ohne die richtigen Gewürze kommt man hier nicht weit. Das bedeutet, dass man entweder ein gut gefülltes Gewürzregal benötigt oder dieses Buch zum Anlass nimmt, sich eines anzulegen. Ein spezialisiertes Geschäft ist dabei sehr von Vorteil, auch online wird man gut fündig.
Die Optik
Der starke inhaltliche Eindruck des Buches wird durch die appetitliche Foodfotografie und die (etwas knapp dosierte) Reportage-Fotografie sehr gut unterstützt.
Das Fazit
Die meisten indischen Kochbücher, die in deutscher Sprache erscheinen, sind übersetzte Lizenzausgaben aus anderen Ländern. Diesem Kochbuch merkt man auf sehr positive Weise an, dass dies hier nicht der Fall ist. Es ist eines der besten indischen Kochbücher, die uns bekannt sind.
https://www.madamchutney.com/

Benjamin Cordes
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